Der Plünderknigge
Inhaltsverzeichniss:
  • 1: Erst plündern wenn der letzte Gegner besiegt ist.
  • 2: Würfelsysteme
  • 2.1: Würfelsystem nach b-v (bedarf-verkauf) bzw n-s (need-sell)
  • 2.2: Würfelsystem nach Patch 1.7 (Bedarf-Gier-Passen)
  • 3: Plündern in Schlachtgruppen
  • 4: Verzauberer
  • 5: Kisten
  • 6: Gesunder Menschenverstand.
  • 7: Ihr macht das Spiel!



1. Erst plündern wenn der letzte Gegner besiegt ist.

Stellt Euch vor Ihr seid mitten im Kampf gegen einen Boß und seine zwei Leibwachen. Ihr habt sie gut im Griff, aber dann kommt ne Zweierpatrouille um die Ecke. Der Boß stirbt, kein Problem, der war eh schon fast tot. Aber plötzlich sind da zwei oder drei Würfelfensterchen mitten auf dem Bildschirm, und verdecken die vier Viecher, um die Ihr Euch noch kümmern müßt.

Eigentlich müßte man sich ja auf den Kampf konzentrieren, denn die Situation ist immer noch gefährlich
aber gewinnbar. Man kann die Würfelfenster aber nicht einfach wegklicken, denn sonst entgeht einem entweder was, oder man nimmt jemandem etwas weg, das man selber gar nicht benutzen kann.

Also muß man hektisch durchlesen worum es geht, und dann schnell entscheiden, ob man würfelt oder nicht. Die Monster machen solange aber keine Pause.

Deswegen gilt es als selbstverständliche Höflichkeit, die Gegner erst nach Ende des Kampfes zu plündern. Die Beute läuft Euch normalerweise nicht weg, und ihr könnt Euch in Ruhe erst aufs Kämpfen, und danach auf die Beute konzentrieren.

Wer im Kampf plündert macht einen schlechten Eindruck, denn im schlimmsten Fall tötet er damit vielleicht die ganze Gruppe.


2.0 Würfelsysteme

Es gibt in WoW viele Gegenstände, die beim Aufheben sofort seelengebunden sind. Wer sie nimmt muß sie auch behalten, egal ob sie ihm nützen oder nicht. Nach dem englischen "Bind On Pickup" werden sie oft als "BOP-Items" bezeichnet. Wenn man versucht so einen Gegenstand aufzusammeln, dann erscheint ein extra Warnfenster, das man ausdrücklich per Klick bestätigen muß.

Wenn also zum Beispiel ein Krieger einen bestimmten Schild haben will, der beim aufheben bindet, dann muß er ihn zwangsläufig selbst finden. Kein anderer Spieler kann ihm den Schild weiterreichen. Außer Kriegern und Paladinen (und Schamanen) kann aber niemand einen Schild benutzen. Wenn also z.B. ein Priester den Schild aufnimmt, dann ist das Verschwendung.

Es gibt auch Gegenstände, die erst beim Anlegen seelengebunden werden. Im Jargon heißen sie "BOE-Items", nach dem englischen "Bind On Equip". Sie kann man nach dem Aufheben noch weitergeben, bis sie zum ersten mal benutzt wurden, erst dann werden sie an eine Spielfigur gebunden. Bei diesen ist es also keine Katastrophe, wenn sie mal der falsche aufhebt, denn man kann sie dann noch weitergeben.

Um zu klären, wer nun was bekommt gibt es Würfelsysteme. Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten von Würfelsystemen in World of Warcraft. Ich habe mir hier die beiden am häufigsten auftredenden Systeme herausgenommen. Je nachdem auf welchem Server ihr mit welcher Gruppe spielt, ist es sehr wahrscheinlich, dass eines dieser beiden Systeme zur Anwendung kommt. Am besten erkundigt ihr euch natürlich vorher beim Gruppenleiter welches System hier genutzt wird.


2.1 Würfelsystem nach b-v (bedarf-verkauf) bzw n-s (need-sell)

Bei diesem System wird erstmal gar nicht gewürfelt. Stattdessen passen alle Spieler (klicken in die Ecke des Würfelfensters um es zu schließen), und klären anschließend in Ruhe, wer den Gegenstand brauchen kann. Dazu sagt jeder spieler entweder "b", wenn er Bedarf anmelden will, oder "v", wenn er den Gegenstand nur verkaufen würde. Diese Regel hat sich allerdings noch nicht auf allen Servern durchgesetzt. Die meisten Gruppen werden die vorgegebenen Symbole "Bedarf" und "Gier" benutzen. Im Zweifelsfall wartet mit dem Würfeln oder fragt nach

Bedarf hat Vorrang vor Gier, denn eine Spielfigur wird ja mächtiger durch eine gute Ausrüstung. Verkauf dagegen zerstört den Gegenstand und gibt dafür Gold.

Nach dem Anmelden von "v" oder "b" würfeln deshalb nur diejenigen, die Bedarf haben, mit dem Kommando "/würfeln". Der Gewinner darf den Gegenstand dann aufheben. Wenn niemand Bedarf hat, dann würfeln alle.

Für BoE-Gegenstände macht man sich nicht die Mühe, erst zu passen und dann auszuhandeln, sondern man klickt entsprechend auf "Bedarf" oder "Gier". Wenn sich doch mal wer verklickt, dann kann man den Gegenstand ja immernoch zwischen den Spielern über das Handelsfenster herumreichen.

Wenn jemand andauernd sofort würfelt, dann macht er sich unbeliebt, weil er seinen Mitspielern ja Beute wegnimmt. Die werden dann irgendwann keine Lust mehr haben, mit diesem 'Ninja-Looter' zusammenzuspielen.


2.2 Würfelsystem nach Patch 1.7 (Bedarf-Gier-Passen)

Dieses Würfelsystem wurde von Blizzard eingeführt mit dem Patch 1.7. Es taucht grundsätzlich bei BOP-Items auf und je nach Einstellung auch bei BOE-Items eines Schwellwertes bei grünen, blauen oder lila Items. Diese Einstellung kann vom Gruppenleiter vorgenommen werden und ist standardmäßig auf grün eingestellt. Muss also in 98% der Fälle nicht geändert werden.

Wenn also nun ein solches Item (BOE oder BOP) im Loot auftaucht, erscheint ein Würfelfenster. Dieses hat zwei verschiedene Symbole zum würfeln: einen Würfel für "Bedarf", und ein paar Goldmünzen für "Gier". Nach der Auswahl würfelt das System für einen. Dabei werden die Bedarfswürfe automatische von der Spielemechanik bevorzugt.
Beispiel:
5 Spieler, ein blaues Item. 3 haben Bedarf und 2 würde es nur verkaufen (Gier). Haben nun alle ihre Auswahl gemacht bevorzugt die Spielemechanik die 3 Bedarfswürfe. Wer aber von denen die Bedarf gemeldet haben gewint, entscheidet der Zufall.

Häufig wird aber auch bei diesem System vorher im Chat oder TS kurz abgesprochen wer es braucht. Dies gilt vor allen Dingen bei BOP-Items, da sie nach der Vergabe unwiderrufbar vergeben sind.


3. Plündern in Schlachtgruppen

Das ist ein Kapitel für sich. In normalen Itemraids hält man sich üblicherweise an die drei Regeln oben. Aber in Raid-Instanzen, die regelmäßig aufgesucht werden, kann es auch sein, daß die Schlachtgruppe jedem Teilnehmer ein Punktekonto gutschreibt. Das ist dann sozusagen eine Währung, mit der man wie in einer Auktion auf die Gegenstände bieten kann, für die man sich interessiert.

Ich kenne gar nicht alle Systeme die es gibt, und ich wäre auch zu faul sie alle aufzuschreiben. Aber wenn Ihr mal bei so einem Raid mitmacht, dann erkundigt Euch vorher, ob die Standardregeln gelten oder nicht.


4. Verzauberer

Ist ein Verzauberer anwesend können Bop Items ( beim Aufheben gebundene Gegenstände ), die keiner brauchen kann, entzaubert werden.Praktisch wäre es wenn beim Bossloot dann alle passen und nur der Verzauberer "Gier" würfelt. Wenn jemanden den gedropten Gegenstand braucht, kann derjenige natürlich Bedarf Würfeln. Die dabei gewonnenen Splitter werden dann direkt Verwürfelt, oder am Ende des Runs gerecht an alle Gruppen Mitglieder aufgeteilt. Das macht man deswegen, weil man Bop ( beim Aufheben gebundene Gegenstände )Sachen an keinen Spieler weitergeben kann, es bleibt einem also nichts anderes übrig als es für recht wenig Geld bei einem NPC-Händler zu verkaufen. Die Reagenzien, die beim Entzaubern gewonnen werden dagegen sind nicht bop und können daher für deutlich mehr Gold im Auktionshaus verkauft werden. -> Hat jeder was davon.


5. Kisten

Da gibt es 2 Möglichkeiten: Man würfelt um die Kiste, ohne reinzuschauen. Wer gewinnt bekommt alles, was in der Kiste ist.
Oder, die meiner Meinung nach klügere Methode: Einer schaut rein und schreibt im Chat was in der Kiste ist. Hat einer auf etwas besonders Bedarf kann er sich das rausnehmen (Irgendeine Waffe, Kräuter für Alchimisten... usw) (wenn 2 Bedarf haben würfeln sie es aus). Gewürfelt wird dann nur noch um den Rest.
Wenn man eine Kiste sieht, sollte man also kurz klären, ob man erst würfelt und dann reinschaut oder umgekehrt.
Alleine: Ist man alleine mit der Kiste gehört sie einem natürlich. Stehen mehrer Spieler herum sollte man darauf aufpassen, dass derjenige, der sich den Weg zur Kiste gekämpft hat, die Kiste auch bekommt. Es ist ganz mieses Verhalten eine Kiste zu plündern während direkt vor ihr ein anderer Spieler steht und mit dem Mob kämpft, der sie bewacht hat. Ist man sich unsicher kann man das immer noch mit dem anderen Spieler klären.


6. Gesunder Menschenverstand.

Generell gilt, daß man nicht gierig sein sollte. Würdet Ihr gerne mit jemandem zusammenspielen, der ständig "b" sagt und auf Alles würfeln will? Seid fair, dann ist man auch fair zu Euch.

Wenn Ihr mal das Glück hattet, einen besonders mächtigen Gegenstand zu erhalten, der Euch auch direkt viel nützt (z.B. einen mit blauem Namen, der perfekt zu Eurer Spielweise paßt), dann ist es ein feiner Zug, wenn ihr danach bei den guten Sachen eine Weile paßt, bis auch die anderen Spieler etwas abbekommen haben.

Niemand wird Euch darum bitten zu passen, denn das ist eine freiwillige Sache. Aber wenn Ihr jemanden trefft, der Euch einen fairen Anteil an der Beute läßt, dann werdet Ihr sicher gerne wieder mit ihm spielen. Und wenn Ihr gelegentlich mal auf etwas verzichtet, werdet Ihr Euch mit der Zeit selber solchen Respekt verdienen.

Aus Fairness solltet Ihr Euch auch nicht gleich aufregen, wenn sich mal jemand nicht an die Regeln hält. Vielleicht kennt er sie ja noch gar nicht; es fangen ja doch immer wieder Leute neu mit WoW an. Habt Geduld mit ihm, und geht mit gutem Beispiel voran.


7. Ihr macht das Spiel!

Ob die Sitten in WoW harsch oder gemütlich sind, hängt nicht von Blizzard ab, sondern von den Spielern. Und es gibt mindestens einen Spieler, den Du dazu bringen kannst, sich gerade so zu verhalten wie es Dir gefällt: Du selber.
 
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